Donnerstag, 19. Juli 2012

Mein Wettkampfbericht Challenge Roth

Nach einer mässigen bis hinkenden Wettkampfvorbereitung sollte es 5 Tage vor meinem Jahresziel nach Bayern losgehen.
Und wie auch die Vorbereitung insgesamt lief, so begann auch der Start....

Sachen waren gepackt.....Bus defekt! Unerklärlicher Kühlflüssigkeitverlust! Na super...!

Obwohl der Bus immer so zuverlässig lief, ausgerechnet jetzt das. Aber was soll´s.
Positiv daran war natürlich, dass der Bus schon hier diesen Defekt aufwies und nicht erst auf dem Weg dorthin.

Aber Glück im Unglück: durch sehr nette Gespräche mit der Versicherung fand sich sehr schnell eine Alternative: ein Ford Fiesta! 

Nach einer erfindungsreichen Packweise ging es dann endlich los.

In Bayern angekommen, wurde ich von heissen Temperaturen empfangen.
27 Grad sind für Norddeutsche Verhältnisse eher gewöhnungsbedürftige Bedingungen.

Ich erkundete in den Tagen davor die Gegend und guckte mir den Schwimmstart in Hilportsstein und die Messe in Roth an. Alles stand im Zeichen dieses Wettkampfs.
Die Schaufenster in Roth waren geschmückt...überall waren Athleten.

So langsam begann auch die Nervösität....und immer wieder kreisten die Gedanken über diese lange Distanz. Das Wetter war für den Wettkampf eher zu warm, wurde aber immer wieder durch heftige Regengüsse und Gewitter unterbrochen.

Am Freitag nach der Pastaparty kam Anja dazu!

Samstag ging es in die letzten Vorbereitungen. Radabgabe und Wettkampfbesprechung.
Kurz vor dem Rad-Checkin wollte ich nur mal kurz mein Rad kontrollieren lassen.
Meine Gangschaltung lief nicht rund.
Das Radfachgeschäft Buchstaller www.radsport-buchstaller.de befindet sich nahe des Europakanals und ist wohl bekannt. Im Laden hängen Zeitungsartikel mit Chrissie Welligton und auch Timo Bracht lässt sein Rad dort einstellen. Also war ich in guten Händen...zum Glück war ich da, denn es hatte sich durch den Transport in diesem kleinen Wagen so einiges verstellt und die Gangschaltung ging gar nicht mehr, der Umwerfer war verbogen...sowas kann man vor dem Wettkampf als Aufregung nicht gebrauchen-puh!
Aber nach einer Stunde Wartezeit und doch noch genügend Zeit zum Einchecken war alles wieder gut.
Dann Wettkampfbesprechung und ab in die Ferienwohnung. Früh schlafen war angesagt- Wecker auf 3:30 Uhr gestellt! Traumhaft! Und wie das immer so ist: auf Knopfdruck schlafen ist nicht!
So zählte ich alles mögliche...aber ich habe natürlich kaum geschlafen.

Piiiiep...Wecker...raus aus dem Bett und keine Müdigkeit. Hat man alles? Was vergessen?
Fahrrad noch ganz? Genug gegessen?
Auf zur Wechselzone. Da war alles in ruhiger Vorbereitungsstimmung mit klassischer Musik.
Nach kurzer Zeit war alles zum Start bereit.
Letzte beruhigende Gespräche mit Anja, die auch einen anstrengenden Supporttag vor sich hatte. Der Schwimmstart war 8 km von Roth entfernt. Der berühmt berüchtigte Solarer Berg war auch noch mal 5 km entfernt, ohne Rad kaum zu erreichen!

6:30 Uhr...Startschuss für die Pros!!!
6:45 Uhr...meine Startzeit mit allen Frauen

5 Minuten vor dem Startschuss durften alle Frauen ins 22 Grad warme Wasser.
Das hat so lange gedauert, dass ich es nicht schaffte beim Startschuss an der Startlinie zu sein.

PENG!....ich dachte ich habe noch ein paar Minuten...schnell Brille auf und los ging es auf die 3,8km Schwimmstrecke.
Da ich nicht im vorderen Feld startete hatte ich wenigstens kein Geprügel.
Nach wenigen Minuten fand ich meinen Schwimmstil und es ging 25 Minuten in eine Richtung an vielen roten Bojen vorbei.
Nach der Kehrtwende ging es wieder zurück bis über die Startlinie hinaus. Tausende Zuschauer waren zum Anfeuern da. Bis auf meine undichte Schwimmbrille war ich erstaunt, wie gut es nach meinen mässigen Schwimmvorbereitungen lief.

Die lustige Auszeichnung meiner Forerunner Uhr. Unter Wasser klappt das etwas schlecht mit dem GPS oder habe ich im Wasser eine so schlechte Orientierung?























Nach 1 Std. 13 erreichte ich den ersten Wechsel.




Den Beutel geschnappt ging es in das Wechselzelt. Viele Helfer versuchten das hektische Durcheinander im Zaum zu halten.
Ich lies mir Zeit...ich hatte ja nichts zu verlieren und so zog ich in Ruhe meine Radklamotten an.

180Km Radstrecke lagen vor mir. Kurz nach dem Aufstieg auf das Rad sah ich Anja. Eine grosse Motivation.



Ich startete mit einem ziemlich hohen Tempo. Es folgte ein zwei Runden Kurs a 90km.
Die Strecke hatte insgesamt 1400 HM und an diesem Tag mit angenehmen Temperaturen leider auch viiiel Wind. Die erste Runde hatte es so neben den Anstiegen in sich.
Immer wieder gab es ein paar Stimmungsnester. Allerdings das Highlight war mit Abstand der Solarer Berg! Kurz hinter einer Kurve fuhr man nach Hilportsstein rein. Und dann sah man diese Menschenmassen. GÄNSEHAUT!

Durch so viele Menschen bin ich noch nie durchgefahren. Man wurde hochgetragen!
Mein Grinsen wurde immer breiter. Was für eine Stimmung. Und mitten drin sah ich wieder Anja...





In der zweiten Runde wurde es zu Beginn stürmischer und es flogen kleine Äste durch die Gegend. 
Das kennt man doch eher aus HH. Was soll denn der Wind hier?
Bei km 140 setzte der erste Durchhänger ein und ich hatte ein kleines Motivationsloch.
Schnell etwas Essen und ein Gel...das mittlerweile 7. Gel.

 

Das zweite Mal Solarer Berg erweckte wieder meine Lebensgeister und ab ging es auf die letzten Kilometer.

Nach 5 Std. 50 ereichte ich am Rande von Roth die zweite Wechselzone. Das Rad wurde einem abgenommen und der Laufbeutel gereicht. Es folgte im Wechselzelt eine 2 zu 1-Betreuung.
Zwei junge Mädchen packten meine Radsachen ein, richteten Laufschuhe und Socken an.
"War alles ok auf dem Rad? Auf gehts zum Laufen"...motivierende Worte.
Alles war verstaut...Gels von Sponsor in der Hand...Mp3 Player um die Hüfte...man weiss ja nie.



Ich hatte grossen Respekt vor dem, was jetzt kam. Ich hatte zwar Gas auf dem Rad gegeben, aber mir noch genug Reserven für das Laufen gelassen. Ich hatte nicht viele Laufkilometer in diesem Jahr absolviert und somit Sorgen, ob ich den Marathon noch schaffen kann. Warum fällt einem sowas ausgerechnet zu Beginn einer Laufstrecke ein?
Ich wurde wieder vom Publikum abgelenkt und so konzentrierte ich mich auf das Laufen. Mit guten Tempo hoppelte ich gen Kanal...das wovor ich Horror hatte. Eine geraaaaaaaade Strecke an einem Kanal...ohne grossartige Veränderung. Zum Glück gab es alle 2 km Verpflegungsstellen-eine gute Ablenkung. Und ausserdem konnte man sich so abkühlen. In der Sonne am Kanal zu Laufen war doch sehr warm.
Bis km 28 verlief alles unerwartet gut. Doch leider folgten dann die schwersten Minuten.
Ich hatte ein Tief...sowohl muskulär als auch mental. Ich verschwand erstmal im Wald...Dixieklos weit und breit nicht zu sehen. Zum Glück hatte ich kein wirkliches Toilettenproblem.

Kaum auf die Laufstrecke wieder zurückgekehrt, fing ich an, mich mit einem Läufer zu unterhalten. Der hatte das selbe Problem wie ich...wir tauschten uns über die monotone Laufstrecke auf englisch aus. Eine sehr gute Ablenkung. Bald vergass ich, wie kaputt ich war und fing wieder an zu laufen. Weit unter dem angepeilten Tempo, aber besser als Gehen.
Mein Leidensgenosse blieb leider zurück und so startete ich auf die letzten 10 Kilometer.
Und ich weiss jetzt: 10 Kilometer können einem wie eine Ewigkeit vorkommen.

Leider sah ich sehr viele Athleten, den es weit aus mieser als mir ging. Zum Einen immer wieder etwas anspornend zu merken, dass es mir doch gar nicht so schlecht ging. Zum anderen wollte ich jetzt ins Ziel, was ja doch so nah war.

Vom Kanal kam man nach Roth rein. Da ich wusste, wo der Zieleinlauf war, hatte ich die Hoffnung, dass es bald vorbei war.
Aber ich musste feststellen, dass der Laufkurs noch über einen Umweg durch die kleine Innenstadt mit Kopfsteinpflaster führte.....warum dauern denn 2 Kilometer soooo lang????

Aber dann war es soweit.....2 kleine Kurven und ich sah den roten Teppich zum Zieleinlauf.
Puh...ich schaffe es!!! Grinsend ging es auf die letzten 500m. Die Stimmung war grandios und besonders. So spektakulär hatte ich noch keinen Zieleinlauf....!!!


Und Anja stand zwei Meter vor der Ziellinie.

Nach 11 Std. 45 hatte ich es überglücklich und ohne Blessuren geschafft!!!



Danke für diesen tollen Wettkampf, die vielen Helfer, das tolle Publikum und natürlich an ANJA!
Den rasenden Support:-*
Aber auch tausend Dank an Dana Wagner, meine Trainerin, die mich immer wieder motivierte und mir klar machte, dass mein Wille mich durchbringen kann, auch ohne das optimale Training!!!
Danke an meinen Sponsor-Finishersport in Hamburg für die tolle Unterstützung!



Freitag, 6. Juli 2012

2 Tage noch...

Der Wettkampf in Roth naht...

Heute ist Ruhetag und Equipment Vorbereitung.

Gestern war ich in Roth und am Schwimmstart.
Der liegt ein paar Kilometer außerhalb in einem Nebenort.
Dort wurde fleißig aufgebaut.
Die kleine Stadt Roth ist eingetaucht ins Wettkampffieber. Alles steht im Zeichen dieses Events...Fahnen, Plakate...an jeder Stelle wird man begrüßt!
Um 12 Uhr konnte ich mich akkreditieren, leider folgte in dieser Sekunde ein brachiales Gewitter.
Und es schüttete wie aus Eimern.
Abwarten war angesagt...
So langsam bahnten sich die Wasser-
Massen einen Weg in die Zelte. Die Feuerwehr rückte an.
Wenn es hier dann mal runter kommt, dann richtig!!!
Nach 30 min war es dann vorbei und es folgte Sonnenschein und es wurde gleich wieder heiß!
Anschließend ging ich auf die Messe, schnell noch ein paar Riegel bei Sponser kaufen. Wieso hat man auf solchen Messen eigentlich immer das Gefühl als bräuchte man noch alles, um überhaupt an den Start gehen zu können?

Danach erradelte ich mir noch die Radstrecke. Ein paar Hügel hatten es in sich. Nach knapp 60km fuhr ich in meine Ferienwohnung! Pasta und Schlafen!!!

Heute nachmittag fahre ich wieder nach Roth. Pastaparty und Bayern 3 Fete...na das kann ja was werden.
Brauch ich dafür ein Dirndl?

Donnerstag, 5. Juli 2012

Noch 3 Tage...

Endlich bin ich im Landkreis Roth angekommen.
Nach gestrigem Bangen um die Hinfahrt bin ich gestern Nacht in Abenberg angekommen und habe die erste Nacht hier geschlafen.
Mein Bus hatte gestreikt und spontan musste ein Leihwagen her.
Der HUK sei Dank bekam ich einen Ford Fiesta von einer Werkstatt und los ging's.
Heute morgen wurde ich dann erst von den Vögeln geweckt und anschließend vom Gewitter.

So, erstmal fertig machen und auf zum Messegelände, Wettkampfluft riechen!

Dienstag, 26. Juni 2012

Mitteldistanz in Bad Bodenteich

Auf ging es letztes Wochenende nach Bad Bodenteich!
Sonntag klingelte um 5 Uhr der Wecker. Seeehr früh!

Mein letzter Test vor Roth.

Um halb 8 in Niedersachsen angekommen, ging es schnell zu den Startunterlagen und ab in die Wechselzone.
Um kurz nach 9 fiel der Startschuss im 18 Grad kaltem Wasser.

Das Schwimmen lief ok. Dafür, dass ich wenig trainiert hatte und nur einmal im Neo geschwommen bin, kam ich gut durch.
Bis auf diese verdammte Angelschnur, die sich nach 1500m um meinen Arm gewickelt hatte. Erst dachte ich es wäre ein Tier. Das anfänglich hektische Fuchteln führte dazu, dass sich die Schnur mehr verhedderte.
Also schwomm ich mit Schnur weiter,
kurz vor Ende konnte ich mich entwickeln.
Für die 2000m brauchte ich 39 min.

In der Wechselzone bekam ich den Neoprenanzug nicht aus. Ok, das muss ich nochmal üben:-)
Auf aufs Rad.
Vor mir lag ein 3 Mal 30km Rundkurs. Leicht wellig, leider mit viel Wind.

Die erste Runde lief super. Allerdings viel zu schnell. Ich fing an, das Tempo zu drosseln. Hunger machte sich breit.
Mist, ich hatte zu wenig gefrühstückt.
Ein Gel und Riegel musste her um den Hungerast zu verhindern.
Nach 60km lief es wieder gut und nach 2 Std 37 kam ich wieder in die WZ.

Es regnete leider durchgehend und es folgte ein etwas langweiliger Rundenkurs um einen See. 8 Runden à 2,5 km. Mental gesehen für mich die Hölle.
Durch den Regen war die Stimmung auch leider bescheiden.
Zähne zusammen beißen.
Schließlich ist es eine super Einstimmung auf die bevorstehende Laufstrecke in Roth. 20km gerade aus?

Ich hatte doch ziemlich viel beim Radfahren gegeben und das fehlte mir beim Laufen. Nach 1 Std 52 und insgesamt 5 Std 15 kam ich endlich ins Ziel.

Jippiiii...1. Platz meiner Altersklasse und Platz 4 gesamt.

Jetzt kann es in 12 Tagen ja losgehen!

Danke für den tollen Support, Anja!!!

http://www.triathlon-bad-bodenteich.de/



Mittwoch, 16. Mai 2012

Das war Mallorca...

Jetzt habe ich lange nicht mehr hier geschrieben!

Und dabei sind sehr viele schöne Dinge passiert.
Auch fern vom Sport.

Im April/Mai ging es wieder nach Mallorca. Mit einer eher relaxten Einstellung was das Training angeht.
Natürlich ist es traumhaft in dem wärmeren Klima und der schönen Landschaft und Bergkette Rennrad zu fahren.
Allerdings stand die Erholung im Vordergrund.
So verbrachten Anja und ich 10 Tage auf der mallorquinischen Insel. Ausschlafen, schöne Radtouren, Ruhetage und gutes Essen standen auf dem Programm.

Wir kamen nicht umhin, den schönen Rapha Shop zu besuchen und tranken den besten Kaffee, den es auf der Insel gibt:-)
An Tag 8 starteten wir noch früh morgens bei einem lustigen Zeitfahrrennen in Port de Pollenca.
Organisiert von Tolo...!!!

Anschließend gab es Essen und eine etwas sehr spezielle Show in Tolos Restaurant!

Leider gingen die 10 Tage sehr schnell rum und ich vermisse jetzt schon die Temperaturen, die Berge und das Meer....da kann ich nur hoffen dass der Norden noch an Wetter mehr zu bieten hat!
Ansonsten: Mallorca, wir kommen wieder...